Welthunger-Index 2016: Die Verpflichtung, den Hunger zu beenden

Klaus von Grebmer, Jill Bernstein, David Nabarro, Nilam Prasai, Shazia Amin, Yisehac Yohannes, Andrea Sonntag, Fraser Patterson, Olive Towey, Jennifer Thompson
global hunger index
2016

Die Entwicklungsländer konnten seit dem Jahr 2000 beträchtliche Erfolge bei der Reduzierung des Hungers erzielen. Der Welthunger-Index (WHI) 2016 zeigt, dass der Hungerwert in den Entwicklungsländern insgesamt um 29 Prozent gesunken ist. Die Fortschritte sind jedoch nicht überall gleich groß; zwischen Regionen, Ländern und innerhalb von Ländern gibt es erhebliche Unterschiede. Um das zweite Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDG 2) zu erreichen, nämlich eine Welt ohne Hunger, in der niemand zurückgelassen wird, müssen diejenigen Regionen, Länder und Bevölkerungsgruppen identifiziert werden, die am stärksten von Hunger und Unterernährung betroffen sind, um die Entwicklung insbesondere dort zu beschleunigen. Die WHI-Werte der Regionen und Länder variieren stark. Die Regionen mit den höchsten WHI-Werten – und damit den eklatantesten Hungersituationen – sind weiterhin Afrika südlich der Sahara und Südasien. Auch wenn die WHI-Werte dieser beiden Regionen im Laufe der Zeit zurückgingen, so liegen die aktuellen Ergebnisse noch immer am oberen Ende der Schweregradkategorie „ernst“ und damit näher an der Kategorie „sehr ernst“ als an der Klassifikation „mäßig“. In Afrika südlich der Sahara konnte zwar in absoluten Zahlen die größte Verbesserung seit dem Jahr 2000 erreicht werden, und auch in Südasien konnte der Hunger wesentlich reduziert werden, doch müssen die Verbesserungen auf dem Weg zum Ziel „Zero Hunger“ in beiden Regionen beschleunigt werden.